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Wasser ist ein Lebenselixier, unser wichtigstes Nahrungsmittel. Aber nicht nur das. Wasser spendet Leben, es bringt Vergnügen für Klein und Groß im Freibad oder Badesee. Die feuchte salzhaltige Luft an der See lindert Atemwegserkrankungen. Bereits im 19. Jahrhundert hat der legendäre Sebastian Kneipp sich intensiv mit der Kraft des Wassers und der heilenden Wirkung von Pflanzen beschäftigt. Später entwickelten sich Bewegungsübungen im Wasser, Aquajogging und Wassergymnastik. Seit einigen Jahren wird die Wassertherapie nun auch mit gro§em Erfolg in der Hundephysiotherapie angewandt. Zum Einsatz kommen der Hundepool und das Unterwasserlaufband. Bei allen Wasseranwendungen sollte immer darauf geachtet werden, dass die für den jeweiligen Hund immer bestmöglichste Therapieform gewählt wird und die Wassertherapie nicht immer das erste Mittel der Wahl darstellt. Wichtige Faktoren, die bei dieser Therapieform wirksam werden sind die Temperaturen, der hydrostatische Druck, die Auftriebskraft und der Reibungswiderstand des Wassers und das archimedische Prinzip. Temperaturen wirken fast auf gesamten Körper unseres Vierbeiners und beeinflussen die Wärmeregulation und das Gefäßvolumen. Als „warm“ werden die Temperaturen bezeichnet, die höher liegen als die der Hautoberfläche, „kalt“ sind diejenigen, die niedriger liegen. Die Temperatur, die weder als „kalt“ noch als „warm“ gespürt wird, bezeichnen wir als Indifferenztemperatur. Wasser ist ein besserer Wärmeleiter als Luft.
Der Hydrostatischer Druck ist der Druck, der den im Wasser befindlichen Körper gleichmäßig umgibt. Die Auftriebskraft des Wassers reduziert das Gewicht des Körpers auf ein Minimum. Bewegungen werden so erleichtert.
Das Archimedische Prinzip besagt, dass jeder Körper in einer Flüssigkeit so viel an Gewicht verliert, wie die von ihm verdrängte Flüssigkeitsmenge wiegt. In salzhaltigem Wasser verändern sich die spezifischen Gewichtsverhältnisse je nach Salzgehalt. Es ist bekannt, dass Meerwasser besser trägt als Süsswasser.
Mittlerweile gibt es in Deutschland schon einige Hundeschwimmbäder, die mit salzhaltigem Wasser arbeiten. Der Reibungswiderstand des Wassers wirkt bewegungshemmend und wird vor allem zur Muskelkräftigung genutzt. Wenn ein Körper sich im Wasser bewegt, so muss er dabei einen gewissen Widerstand überwinden. Der Widerstand kann nicht nur die Muskeln kräftigen, sondern auch einen gewissen Führungs- und Steuerungswiderstand
anbieten.
Wichtig vor jeder Hydrotherapie ist immer eine genaueste hundephysiotherapeutische Befunderhebung mit ausführlicher Anamnese. Hier können Kontraindikationen für die Therapie erfasst werden und müssen bei der Auswahl der Therapiemethoden beachtet werden.
Kontraindikationen (allgemein) zur Hydrotherapie. Bei diesen Erkrankungen darf bei Ihrem Vierbeiner keine Hydrotherapie durchgeführt werden:
• Herzerkrankungen
• Epilepsie (Stressauslöser)
• Offene Wunden
• Nieren- und Blasenerkrankungen
• Fieber
• Infektionserkrankungen
• wasserscheue Hunde
Das therapeutische Schwimmen findet entweder in einem Hundeschwimmbad oder auch in der freien Natur in einem See statt. Für kleinere Tiere sind auch Wannen oder kleine Bäche ideal. Wichtig ist hierbei immer, dass der Hund gut unterstützt wird und in offenen Gewässern mit einer Schwimmweste gesichert ist. Viele Besitzer unterschätzen die Mehranstrengung durch das Wasser und überfordern ihren Hund leicht. Die Sicherheit des Hundes steht im Vordergrund, daher ist bei einer plötzlichen Schwäche eine Schwimmweste unter Umständen lebensrettend. Gerade wenn der Hund sich zu Beginn der Therapie unsicher fühlt, kann durch Spielzeug eine gute Ablenkung erfolgen und es ist eine gute Motivationshilfe, um den Hund zur Bewegung zu animieren. In einem speziellen Hundeschwimmbad kann durch eine Gegenstromanlage die Wirkung noch gesteigert werden. Durch das Schwimmen wird die Muskulatur des Hundes schonend aufgebaut und die Gelenke sanft mobilisiert. Des Weiteren werden auch Atmung, Herztätigkeit und Kreislauf trainiert. Nach einem Schwimmtraining sollte der Hund unverzüglich getrocknet und warm gehalten werden.
Das Unterwasserlaufband hat sich vor allem bei operativen Nachbehandlungen (z.B. Kreuzbandriss, Knochenbrüche) und bei Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen gut bewährt. Ebenso ermöglicht es eine gute Trainingsbegleitung von Arbeits-, Sport- und Diensthunden. Im Unterwasserlaufband kann durch die Höhe des Wassers eine unterschiedliche Körpergewichtentlastung eingestellt werden. Hier wirkt die Auftriebskraft und das Körpergewicht wird reduziert. Bei einem Wasserstand auf Höhe der Hand und Sprunggelenke beträgt das Körpergewicht noch circa 91%, auf Höhe des Kniegelenks 85% und bei einem Wasserstand auf Höhe des Schultergelenks beträgt es nur noch circa 38%.
Bereits vorgeschädigte oder rekonvaleszente Gelenke werden somit nicht überfordert. Durch die Therapie werden die Muskeln gekräftigt, die Beweglichkeit verbessert und ein normales Gangbild wird wiedererlangt.
Die Regenerationszeit nach Operationen kann durch das Laufen im Wasser minimiert werden. Dadurch werden Folgeschäden wie frühzeitige Arthrosen und Muskelverhärtungen, aufgrund einer einseitigen Überbelastung der gesunden Gliedmaßen, vermieden.
Fallbeispiel aus der täglichen Praxis:
Anja ist mit Sam, dem knapp 10-jährigen Schäferhundmischling, seit geraumer Zeit in der hundephysiotherapeutischen Behandlung. Er hat eine angeborene Fehlbildung der Hüftgelenke (Hüftgelenksdysplasie). Schon in jüngeren Jahren litt er unter Schmerzen beim Aufstehen und lahmte bei Belastung. 2006 bekam der liebenswerte Vierbeiner Gold implantiert und seitdem hat er weniger Beschwerden. Zusätzlich begann die Halterin mit einem Muskelaufbautraining, um die Gelenke zu unterstützen und die wirkenden Kräfte auf die Hüftgelenke abzumildern. Das Laufen im Wasser und ein Schwimmtraining sind ideal, da durch die Auftriebskraft des Wassers das Körpergewicht minimiert wird, die Muskulatur aber dennoch trainiert. Sam läuft einmal wöchentlich im Unterwasserlaufband und fühlt sich dort sehr wohl. Seine
Muskeln der Hinterbeine werden gestärkt und damit seine kranken Gelenke entlastet. In der wärmeren Jahreszeit geht Sam mit seinem Frauchen auch regelmäßig zum Schwimmen in einen kleinen Teich. Hier wird Sam mit einer Schwimmweste abgesichert und mit einem Spielzeug zur Bewegung animiert. Diese Kombination aus Unterwasserlaufband und Schwimmtraining verstärkt die Wirkung und den sanften Aufbau und Erhalt der Muskulatur.
Außerdem macht die Halterin verschiedene Gymnastikübungen zusammen mit Sam. Das Laufen über verschiedene Untergründe, langsames Gehen über Stangen und Slalomlaufen schult die Koordination und verbessert das
Gangbild. Alles zusammen genommen hat bewirkt, dass Sam ein fast beschwerdefreier, fröhlicher und agiler Hund ist.
Tipp für den Hundehalter:
Gerade in der wärmeren Jahreszeit ist ein Schwimmtraining ideal. Nicht nur kranke Tiere profitieren davon, auch gesunde Hunde erhalten einen ungewöhnlichen Ausgleich mit Spaßfaktor zu ihrem täglichen Spaziergang.
• Führen Sie Ihren Vierbeiner langsam an das kühle Nass heran. Wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Hund ins Wasser gehen, macht es allen mehr Spaß und vereinfacht die Gewöhnung an das Wasser.
• Achten Sie auf Gefahrenquellen: Strömungen in fließenden Gewässern, Wasserpflanzen an denen der Hund sich verfangen kann, Glasscherben und unterspülte Uferränder
• Schwäne, vor allem mit Jungtieren, können lebensgefährlich für Ihren Vierbeiner sein. Meiden Sie diese Gewässer,
wenn ihr Hund nicht hundertprozentig abrufbar ist.
Eine Hundeschwimmweste sichert Ihren Hund. Ältere und kranke Tiere sollten auf jeden Fall eine Weste tragen. Auch der Schwimmstil und damit die optimale Bewegung werden verbessert.
• Steigern Sie langsam die Belastung. Bewegungen im Wasser sind anstrengender für die Muskulatur und das Herz- Kreislaufsystem, als Sport auf dem Lande.
• Erhitze Hunde sollten ganz langsam ins Wasser geführt werden.
• Bei kühleren Außentemperaturen sollten gerade Ältere und kranke Hunde sofort trockengerieben und ins Warme
gebracht werden.
• Hundehalter sollte seinen Körper schützen um Kratzverletzungen vom Hund zu vermeiden. Optimal sind Neoprenanzug oder Bermudas und T-Shirt.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

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