Die Herkunft der Pudelschur liegt in der Vergangenheit als Jagdhund, der auch im Wasser arbeitet: Um Lungen und Herz vor der Kälte des Wassers zu schützen und gleichzeitig eine maximale Beinfreiheit in der Hinterhand zu erhalten, wurden die Hunde von der Rückenmitte geschoren. Diese Schur gefiel auch in den Salons und wurde immer mehr verfeinert und variiert. Die Kosmetisierbarkeit seiner Haarpracht wurde dem Pudel im Laufe der Geschichte immer wieder zum Verhängnis. So galten im Dritten Reich ungeschorene Pudel als undeutsch. Sie bekamen vom Reichsministerium weder Papiere noch Fleischmarken. Ein Relikt aus dieser Zeit ist die Tatsache, dass ungeschorene Pudel, laut FCI Standard, noch heute bei Ausstellungen keine Anwartschaften auf einen Titel bekommen können. Als in Berlin Hans Thum anfing Pudeln eine andere Frisur zu geben, die sich vorzugsweise an ihrer Physiologie orientierte, bekam er Morddrohungen. Die Karakulschur des Hans Thum hat sich dennoch durchgesetzt und wandelte sich im Laufe der Zeit in die beliebte Modeschur.
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